Freitag 22. Juni 2018

Inhalt:

Zeichen

Die Kirchlichkeitskriterien 1 - 4

A. Sakrament als Zeichen

Das Bistum Gurk wirkt als signum und gibt der Welt die dem entsprechende Orientierung.

Dazu soll der Blick auf das Stift, ein Gang durch seine Räumlichkeiten, die Begegnung mit den Menschen, Zeichen, Symbolen und Strukturen, die in den innewohnenden Betrieben anzutreffen sind, die dazugehörigen Bilder liefern und greifbar machen. Hier im und am Zentrum der Verwaltung der Stiftung der hl. Hemma kann man ablesen, was ein „Sakrament als signum, als Verweis auf Transzendenz und als Abbildung derselben meint.“

 

1. Machbarkeitswahn

Von weitem sieht man den Kirchturm inmitten der Klosteranlage. Er verweist auf die Welt jenseits irdischen Tuns. Die Kirche bildet das Zentrum des Stifts und ist auch von außen weithin sichtbar. Wie eine Kompassnadel zeigt das Kirchenschiff nach Osten. „Die Botschaft ist klar: das Leb en, das Paradies, die Transzendenz liegt im Osten … Christliche Religion richtet sich aus gegen einen Osten, für den sie einen Namen hat: Jesus Christus.“ Kirchliche Organisationen relativieren jeden Machbarkeitswahn der Technik, der alles nur aus menschlicher Kraft schaffen will.

 

Das Bistum ist eine Instanz gegen den Machbarkeitswahn – es hat Orientierungsfunktion.


„ „Der Herr hat seinen Thron errichtet im Himmel, seine Macht beherrscht das All.“ (Ps 103,19)

„Niemand hat Gott je gesehen. (Nur) der, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.“ (Joh 1,18)


 

2. Rechtes Maß

Die barocke Klosteranlage bringt das Ebenmaß und die Ordnung der Schöpfung auf Gott hin zum Ausdruck. Die Harmonie der Klosteranlage spiegelt eine göttliche Ordnung wider. „Das hat Konsequenzen bis in die Strukturen und Prozesse“ des Bistums hinein.

 

Das Bistum ist auch deshalb kirchlich, weil es am rechten Maß fest hält.

 

„Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.“ (Gen, 1,31)
„Du aber hast alles nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet.“ (Weish 11,20)

 

 

3. Orientierung an der Menschwerdung

Kirchen sind seit alters her geostet, sie weisen auf den auferstandenen Christus hin und richten die Menschen danach aus. Durch ihre Ausrichtung an den Grundtexten (Vater unser, Seligpreisungen, 10 Gebote, Werke der Barmherzigkeit, Glaubensbekenntnis, …), die sie den Menschen entschlüsselt, gibt sie Orientierung . Es sind alle dazu eingeladen und können hereinkommen.

 

Durch seine Ausrichtung bildet das Bistum das Geheimnis der Menschwerdung (et verbum caro factum est – und das Wort ist Fleisch geworden) ab und gibt Orientierung, die der Welt gut tut.

 

„Dann legte Gott, der Herr, in Eden, im Osten einen Garten an und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte.“ (Gen 1,28)

„Unser Haus soll dem Licht entgegensehen, denn wir lieben den Osten.“ (Tertullian, um 200 n.Chr.).

„Die Christen sollen nach Osten gewendet beten!“ (Tertullian 198 n.Chr.)

 

 

4. Kraft aus Widersprüchen

Das Zeichen der Kirche ist das Kreuz, auch als Grundriss vieler Kirchenbauten. „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Hoffnung“ bringt das Paradoxon kirchlicher Existenz zum Ausdruck. Kirchliche Organisationen verheimlichen und tabuisieren das nicht: Es gibt Scheitern, aber auch Erfolg, sie erfüllen ihre Sendung, verraten sie aber gleichzeitig … Kirche kann mit diesen Widersprüchlichkeiten umgehen und versteht es produktiv Paradoxien zu nützen. So wie die kreuzförmigen Kirchen den Ort heiligen, weihen kirchliche Organisationen auch die Gesellschaft.

Im Stift begegnen wir immer wieder dem Symbol des Kreuzes, aber auch den Personen Maria und Hemma, die beispielhaft krisenhafte Lebenssituationen aus dem Glauben heraus bewältigt haben. Sie zeigen auch, wo im Leid und Tod die Auflösung und Erlösung liegt und wie daraus Kraft und Weisheit entsteht.

 

Im Bistum gelingt es, Widersprüchlichkeiten durch Gottes Kraft und Weisheit zu (er‐)lösen.

 

„Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung“ (Karfreitag, GL 205)

„Kreuzförmig weiht die Kirche den Ort“ (Ambrosius)

„Mit Christus wurde ihr in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt.“ (Kol 2,22)

„Wir verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit.“ (1 Kor 1,23)

 

 

 

 

 

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