Freitag 22. Juni 2018

Inhalt:

Struktur

Die Kirchlichkeitskriterien 5 - 8

B. Instrument zur Heiligung der Gegenwart

Wer auf das Stift sieht und das Bild der Ästhetik dieses Baues vor der schönen Landschaft auf sich wirken lässt, begreift, dass diese Haus signum und instrumentum ist.

Es steht dafür, dass die Welt wirken lässt, begreift, dass dieses Haus signum geheiligt wird.

Das Bistum versucht seinen Beitrag zum „Wohle der Stadt“ im Sinne von Jer 29,7 („Bemüht euch um das Wohl der Stadt, in die ich euch weggeführt habe, denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl.“) zu leisten. Es geht um die Heiligung der Gegenwart, der Welt durch die Strukturierung der Zeit und der Schaffung bzw. Nutzung von Räumen für eine entsprechende Zeit – und Gemeinschaftsordnung.

 

5. Ausgewogene Zeitstruktur

Weithin ist an der Turmuhr die Strukturierung der Zeit ablesbar. Lange bestimmte das Glockengeläute die Tagesund Nachtzeiten, die Geschäftsund Ruhezeiten, die Zeiten für Gebet und Gottesdienst, die Jahreszeiten und Feste. Jegliche Zeit wird von der Kirche her an Gott zurückgebunden und bot den Menschen Sicherheit. Die Kirche setzt sich für eine Strukturierung der Zeit ein, die (gemeinsame)  FreiZeiten garantiert, d.h. ausgewogene Arbeitsund Freizeiten und setzt sich auch für Zeit für die Gesellschaft ein. Es geht um die „Heiligung der Zeit in die Welt hinaus“.


Das Bistum stellt die Ausgewogenheit zwischen Arbeitszeit und freier Gesellschafts

‐Zeit sicher.


„Erklärt dieses fünfzigste Jahr für heilig, und ruft Freiheit für alle Bewohner des Landes aus! Es gelte euch als Jubeljahr. Jeder von euch soll zu seinem Grundbesitz zurückkehren. Jeder soll zu seiner Sippe heimkehren.“ (Lev 25,8-11)

„Unterbrechung“ – die kürzeste Definition von Religion (J.B. Metz).

 

 

6. Auszeiten für Gott

Die Sonntagsruhe, die Gestaltung von Festen und Feiertagen hielt immer Zeiten für Gott frei. An seinem Ruhen am siebenten Tag  nimmt die Kirche Maß, wenn es um die Gestaltung des menschlichen Lebens geht. Der Gottesfrieden war eine mittelalterliche Institution, die Fehden und kriegerische Auseinandersetzungen an bestimmten Fest- und Feiertagen unterband. So eröffnet Kirche durch die Gestaltung von Zeit Räume für Gott und macht ihn erlebbar.

 

Das Bistum sorgt dafür, dass heilige Auszeiten für Gott vorgehalten werden.

 

„Am siebten Trag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte. Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig.“ (Gen 2,2f). „Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst.“ (Ex 20,8)

 

7. Recht verbürgen

Kirchliche Organisationen nehmen jene in Schutz, denen ihr Recht verweigert wird oder die ihr Recht nicht kennen und helfen, das Recht einzuhalten und verbürgen es so auch für die nachfolgenden Generationen. „Kirchliche Organisation hat immer die Verpflichtung, anwaltschaftlich den Hilfebedürftigen zu dem verhelfen, was sie unbedingt brauchen, was ihnen jedoch aus welchen Gründen immer verwehrt wird: vor allem, wenn es sich dabei um elementares Menschenrecht handelt.“

 

Das Bistum verbürgt das Recht des Menschen.

 

„Kann ich die ungerecht erworbenen Schätze vergessen, du Haus voller Unrecht, und das geschrumpfte Maß, das verfluchte? Soll ich die gefälschte Waage ungestraft lassen und den Beutel mit den falschen Gewichten? (Mich 6,10f)

 

8. Lebensraum

Im Asylgedanken „manifestiert sich der Glaube an den Vorrang göttlicher Macht vor menschlicher Kontingenz, also auch vor jeder menschlichen Rechtssetzung“. Die Kirche bot den Schwächsten und Rechtlosen immer besonderen Schutz. So halten kirchliche Organisationen um der Allergeringsten Willen exterritoriale Freiräume vor. Sie bieten Raum zum Innehalten (Verfahrensschleifen), um einerseits Vergebung zu erhalten und andererseits einen existentiell bedeutsamen Lebensraum zu bieten.

 

Das Bistum steht für das Angebot von Asylraum für existenziell wichtige Lebensbereiche und bietet Zufluchten.

 

„Wer sich in eine Kirche geflüchtet hat, soll nicht ausgeliefert, sondern aus Respekt gegen den heiligen Ort verteidigt werden.“ (Konzil von Orange 441 c.5)


 

 

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